Nachdem ich letztes Jahr das WordCamp 2009 in Jena als mein erstes Barcamp besuchte, wollte ich auch dieses Jahr an der Veranstaltung rund um die OpenSource Software WordPress teilnehmen. Das WordCamp fand am Samstag, den 3. Juli im Betahaus in Berlin-Kreuzberg statt und war mit rund 200 Teilnehmern gut besucht.
Zur Location
Kreuzberg eilt nicht unbedingt ein guter Ruf voraus. Leider hat sich dieses Vorurteil im Zustand der Location bestätigt – das Betahaus ist in erster Linie eine berliner Altbaute, in der man wahrscheinlich schon zu Zeiten der Weimarer Republik gearbeitet oder gewohnt hat. Das kuriose an der ganzen Sache: Es scheint tatsächlich Menschen zu geben, die monatlich 129 Euro zahlen, um dort zu arbeiten. Inwieweit der Aufzug dem TÜV überhaupt bekannt ist möchte ich gar nicht erst hinterfragen. Fakt ist: Der Intershop-Tower in Jena war um Welten besser, hatte Tische und Stühle, eine gute Raumakustik und vor allem eine klasse Aussicht. ;-)
Zur Organisation
Wie schon im letzten Jahr kann man die Organisation des Camps nur loben – so gab es nicht nur kostenlose T-Shirts und andere Artikel, sondern auch eine kleine Verpflegung bestehend aus Snacks und Getränken. Besonders positiv finde ich, dass schon vor Beginn der Veranstaltung ein grober Session-Plan fertig war, sodass man zumindest schon mal überlegen konnte, was einen am meisten interessiert. Das klassische BarCamp-Prinzip, alle Sessions spontan zu planen, halte ich ohnehin für unnötig und ohne jeglichen Nutzen für die Teilnehmer.

Session: tempELA – eine Template Engine für Widgets und Plugins von Thomas Boley
Zu den Sessions
Ich habe an den Sessions Performance-Optimierung von (WordPress)-Websites von Vladimir Simovic, tempELA – eine Template Engine für Widgets und Plugins von Thomas Boley und WordPress als CMS – aber richtig? Arbeiten in der Cloud von Frank Bültge und Olaf Schmitz teilgenommen.
Die Session über Performance-Optimierung hat mir auf jeden Fall neue Denkanstöße gegeben, sodass ich mir das Buch High Performance Websites von Steve Souders gekauft habe, um das mitgenommene Wissen aus der Session zu ergänzen.
Das Prinzip eines Template-Systems für WordPress hört sich zwar interessant an, würde aber erst dann Sinn machen, wenn die “große Masse” ein solches System nutzt und es standardmäßig in WordPress integriert wäre – ich würde noch davor zurückschrecken, Themes zu entwickeln, die nur in Verbindung mit einem Plugin funktionieren.
Am abschließenden Public Viewing habe ich nicht mehr teilgenommen, sondern das Spiel auf dem Alexanderplatz verfolgt. Alles in allem muss ich sagen, dass mir das WordCamp in Jena zwar besser gefallen hat, inhaltlich jedoch auch dieses Jahr nichts zu bemängeln ist. Berlin ist auf jeden Fall eine schöne Stadt für solche Veranstaltunngen, dass es auch bessere Locations gibt, hat das Politcamp im Radialsystem V gezeigt. Ich für meinen Teil freue mich aufs nächste WordCamp, denn neue Denkanstöße zum Thema WordPress können nie schaden – vielleicht könnte man es dann ja auf zwei Tage legen, so würde sich für Externe die Anreise noch mehr lohnen und man könnte die Anzahl der Slots etwas reduzieren.











