Freuen können sich zum Beispiel die Menschen aus Rüterberg in Mecklenburg-Vorpommern, ein Dorf, von dem ich gestern Abend im Fernsehen erfahren habe. Man war 22 Jahre lang isoliert – sowohl vom Westen, als auch vom Osten. In letzteren durfte man nur zu bestimmten Zeiten mit einem Passierschein fahren.
Es ist nur ein Beispiel von sicher tausenden, die begründen, warum die DDR als Staat auf Dauer nicht überlebensfähig war. Gerade durch meinen Wohnort, der zwar noch in Niedersachsen, allerdings an der Grenze zu Thüringen liegt, werde ich sehr häufig noch mit den Überbleibseln des Sozialismus konfrontiert: Noch heute, 20 Jahre nach dem Mauerfall, sind die infrastrukturellen Unterschiede klar ersichtlich. Man muss nur zwei Dörfer weiter fahren und fährt tatsächlich noch auf Pflasterstraßen, sieht längst geschlossene Landwirtschaftsbetriebe und kommt vorbei an baufälligen Häusern und leerstehenden Grenztürmen.
Alles in allem darf man den Fall der Berliner Mauer also durchaus feiern, da er Grundstein für ein besseres Leben vieler Million Menschen darstellt. Gleichzeitig darf man bei all dem Optimismus nicht vergessen, wie oben schon erwähnt, dass der 9. November gleichzeitig Tag der Reichspropromnacht war und daher nicht in zu positiver Erinnerung behalten werden sollte. Aber ich denke, bei einem “runden Geburtstag” darf man ruhig mal Abstriche machen und heute den Tag ganz besonders dem Mauerfall widmen. Also auf viele weitere Jahre der deutschen Einheit!