Nach Vorstellung der sozialdemokratischen Medien-Experten bringt nur die gedruckte Ausgabe einer Zeitung das ausreichende Maß an Qualität und journalistischem Fingerspitzengefühl mit sich. Wahr ist, dass Printausgaben einer Zeitung in der Regel einem Sachverhalt objektiver gegenüberstehen – oder dies zumindest sollten. Falsch ist jedoch, dass es qualitativ gleichwertige Angebote nicht auch im Internet gibt, zum Beispiel die Online-Ausgabe einer Zeitung. Außerdem streben viele Blogs nach Qualität, um Leser zu behalten und zu gewinnen.
Das Problem ist wohl, dass viele SPD-Politiker das Internet nach wie vor als eine Gefahr betrachten, die es zu bändigen gilt. In der Pressemitteilung heißt es:
Ein Verlust von Meinungs- und Angebotsvielfalt droht ebenso wie der Verlust von Qualitätsjournalismus.
Das Internet bedroht die Meinungsvielfalt? Ist es nicht eher umgekehrt, dass gerade durch die Interaktivität des Webs die Meinungsvielfalt steigt? Offenbar betrachtet man bei der SPD das Internet als eine meinungsbildende irreale Person, die stets Einfluss auf die Meinung der Internetnutzer hat.
Auch in Zukunft sollte der Konsument entscheiden können, für welche Variante er sich entscheidet. Meiner Meinung nach wird die Qualität der Inhalte im Internet auch in Zukunft weiter ansteigen, da sich Tageszeitungen immer mehr auf ihre Online-Ausgaben konzentrieren werden. Damit ist auch das Argument entwertet, demnach die Arbeitsplätze von Journalisten gesichert werden müssten. Ob man für eine Printzeitung oder eine Internetzeitung schreibt, ist egal – auch die Gehälter werden sich mit zunehmender Nutzung der Online-Zeitungen wieder einpendeln (falls es zwischen Print- und Online-Redakteuren Gehaltsunterschiede geben sollte). Ein Übermaß an Marktregulierung ist auch nicht gut.
Alles in allem ein kleiner Ausrutscher bei den Medienexperten der SPD. Vielleicht hier einfach mal ein paar JuSos zu Rate ziehen, die das Phänomen “Internet” mal erklären.
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