Es wurde ja auch mal Zeit: Nach nun mehr als vier Jahren habe ich mich von meinem alten Handy, einem Siemens C60, getrennt und bin auf das neue iPhone 3GS umgestiegen, das seit dem 19. Juni in Deutschland und einigen weiteren Ländern verfügbar ist.
Der erste Eindruck nach dem Auspacken war schon mal sehr positiv. Die Inbetriebnahme ging recht schnell und alle Funktionen, die nicht vom Mobilfunknetz abhängig waren, konnten gleich genutzt werden. Kurze Zeit später, nach ca. zwei Stunden, wurde das Gerät dann auch freigeschaltet, die neue Rufnummer übermittelt und alles konnte tadellos genutzt werden.
Natürlich habe ich erst mal alle Funktionen ausprobiert. Theoretisch könnte ich jetzt meine Uhr, den alten Kompass, meinen Wecker, meinen iPod shuffle, meinen Internetzugang, die Fernsehzeitschrift sowie diverse Computerspiele wegwerfen, schließlich ist im iPhone all das und vieles mehr zusammengefasst. Und genau das ist es, was ich jetzt schon an dem Gerät liebe: Man schleppt nicht mehr zwanzig Geräte mit sich rum, sondern hat alles in einem. Und zusätzlich noch überall unbegrenzt Zugang zum Internet – eine Bereicherung des digitalen Lebens.
Auch die von Apple hochgelobte Geschwindigkeit kann ich nur bestätigen. Ich habe mir beispielsweise vor einigen Tagen die iPhone-Version von “Need for Speed” gekauft – das Spiel läd schneller als jegliche Computerspiele, die ich besitze. Und Spaß macht es natürlich auch. ;)
Die häufig kritisierte Akkuleistung des Geräts befindet sich meiner Meinung nach durchaus im erträglichen. Bei normaler Nutzung kann das iPhone einen Tag lang vollständig genutzt werden, abends lade ich es dann wieder auf. Wer nicht gerade mit dem Zelt in den Alpen unterwegs ist, dürfte nachts bestimmt eine Steckdose finden. Außerdem gibt es ja auch externe Zusatzakkus.
Vielleicht ist die Bezeichnung “iPhone” etwas unpassend. Bei mir zumindest, denn zum Telefonieren habe ich es bislang eher selten genutzt. Viel eher nutze ich das mobile Internet, das Kartensystem, den iPod und diverse Applikationen, die einem den Alltag häufig vereinfachen. Jetzt, wo ich erst mal in den Genuss des mobilen und uneingeschränkten Internets gekommen bin, möchte ich es nicht mehr missen. Der Kauf es neuen iPhones hat sich 100% gelohnt.
Und mit dazu habe ich, wie der aufmerksame Twitter-Follower vielleicht schon festgestellt haben mag, unter meiner alten Domain mr93.de einen neuen kleinen privaten Blog ins Leben gerufen, in dem ich unterwegs ab und zu vom iPhone aus blogge.
Ich selbst sehe zwar die Einigung der Großen Koalition ebenfalls nur als geringfügige Verbesserung und hatte mir in der Hinsicht von der SPD mehr Willensstärke erhofft, zur Zeit artet die Diskussion aber zu einer reinen Kompetenzfrage aus. Mit solchen Aktionen wird das Licht leider komplett vom Diskussionsgegenstand – dem Wohlergehen potenziell gefährdeter Kinder und der Strafverfolgung von Tätern – gelenkt, stattdessen erscheint zunehmened der Eindruck, die Blogosphäre sei einfach gekränkt darüber, dass ihre Stimme nicht auf die Art und Weise anerkannt wird, wie sie sich das gewünscht hatte. Hiermit sei keinesfalls gesagt, dass der Kampf gegen die sinnlosen Sperrmaßnahmen weiter geführt werden muss. Aber zur Zeit findet in Deutschland keine Zensur von politisch motivierten Seiten statt und es gibt auch keine Anzeichen dafür, dass dies in Zukunft geschehen wird. Somit sollte man gemeinsam (Blogosphäre und Bundesregierung) gegen Kinderpornografie kämpfen, statt sich gegenseitig auf eine dermaßen kindische Art und Weise zu bekriegen.


