Wer bei seinem Fernseher die Kanäle jenseits der 30 nicht aufruft, dürfte Thomas G. Hornauer bislang nur als Nachfolgeprogramm des Kinderkanals gesehen haben. Oder aber man hat die Rückseite einer Porno-Verpackung gelesen und seinen Namen als Produzent aufgeschnappt. Vielleicht hat man ihn aber auch in dem Porno selbst gesehen. Wie auch immer: Hornauer hat von der Erotik-Hotline bis hin zum telemedialen Berater schon so einiges gemacht und ist das, was man früher gut und gerne als Scharlatan bezeichnet hätte.
Seit neuestem ist Hornauer auch bei Twitter aktiv. Selbstverständlich schafft er es auch hier, seinen schwäbischen Dialekt geltend zu machen. Sein nächstes Ziel: Sein telemediales Königreich in Thailand aufzubauen. Auch den ‘Thailändischen Arschlöchern’ wird es schwer fallen, ihn davon abzuhalten – schließlich scheint es tatsächlich Fernsehzuschauer zu geben, die zu Zeiten von ‘Kanal Telemedial’ Verträge für kompetente Beratung abschlossen.
Das Prinzip hinter all seinen Angeboten ist stets das gleiche: Der “Kunde” soll Hornauer regelmäßig Geld, sogenannte Impulsausgleiche, überweisen. Dafür darf er die “telemediale” Lebensschule Hornauers nutzen – Hornauer vergleicht das ganze mit dem Kauf einer Bild-Zeitung. Der Haken an der Sache ist ledeglich der Nutzen für den Zahlenden, aber das stört Hornauer nicht, solange er davon gut leben kann.
Es ist äußerst fragwürdig, ob Hornauer übers Internet Erfolg haben wird. Kritiker gibt es genügende, im Fernsehen konnte er die Telefonverbindung unterbrechen, im Web gibt es aber Blogs und Plattformen, auf die er keinen Einfluss hat. Auch sein entstehendes Königreich wird Hornauer das Leben kaum leichter machen.
Zu hoffen bleibt, dass die, die so verzweifelt sind, Hornauer Geld zu überweisen, einen besseren Weg finden. Auch im Technologiezeitalter.