5. February 2012

Filmkritik: Der Baader Meinhof Komplex

Zugegeben: In zwei Stunden ist es recht schwierig, die Geschichte der RAF vollständig zu vermitteln und dabei objektiv zu bleiben, doch dies alles ist dem Regisseur des Films “Der Baader Meinhof Komplex”, der nun seit einer Woche in den Kinos läuft, gelungen.

Der Film beginnt nach einem kurzen Einblick in Ulrike Meinhofs Leben mit Studenten-Demonstrationen gegen den Vietnam-Krieg, die durch Polizeikräfte niedergeschlagen werden. Danach beschließt Baader einen Vergeltungs-Anschlag auf ein Kaufhaus, wird durch die Polizei jedoch überführt, taucht aber in Paris ab. 1970 zurück in Deutschland wird er bei einer inszenierten Verkehrskontrolle durch einen V-Mann überführt.

Auch weiterhin hält sich der Film sehr stark an der Realität und verzichtet auf großartige künstlerische Freiheiten: Erst die Baader-Befreiung und damit die Gründung der RAF, dann Überfälle und Anschläge, unter anderem auch auf den Axel Springer Verlag der BILD-Zeitung, der jedoch in dieser Art und Weise nicht von allen RAF-Mitgliedern unterstützt wurde.
Nachdem die RAF-Mitglieder verhaftet werden, wird der Alltag in der JVA Stammheim dargestellt, später der Prozess und die Gründung der zweiten Generation.

Alles in allem hat es der Film geschafft, die Geschichte der RAF in einer recht objektiven Art und Weise darzustellen. Immer wieder werden schwarz-weiße Orginalaufnahmen oder Zeitungsberichte aus der Zeit eingespielt, dies halte ich für sehr gelungen. Das Fehlverhalten beider Parteien – Revolutionären der RAF, aber auch der Polizei – wird deutlich und könnte daher auch gut als Unterrichtsmaterial für den Geschichtsunterricht genutzt werden.

Allen, die sich mit der Geschichte der RAF auseinandersetzen möchten, ist dieser Film zu empfehlen. Vorkenntnisse sind im Großen und Ganzen nicht erforderlich, jedoch regt der Film zum recherchieren und informieren über diese Zeit an. Meine vollste Empfehlung!

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